Archiv der Kategorie ‘Gedanken‘

Große Veränderung, kleine Wirkung (für Kilroy)

Montag, den 9. Februar 2009

Sie haben es bemerkt. Hier ist in den vergangenen Wochen nicht viel passiert. Und das hängt allein mit meiner Person zusammen. Kurz gesagt: Ich habe Kilroy PR übergeben. Fortan wird sich Andrea Vogler als Leiterin von Kilroy PR um alles kümmern – und auch dieses Blog am Leben erhalten.

Manchmal hat man das Glück, eine Chance ergreifen zu dürfen, die noch spannender erscheint als das, was man gerade tut. Genau dies ist mir passiert. Mit Kilroy konnte ich vieles lernen und ausprobieren. Es waren unglaublich tolle drei Jahre. Doch nun geht es weiter, und ich kann all das, was ich gelernt und in zahlreichen Vorträgen erzählt habe, in die Praxis umsetzen. Seit dem 1. Februar bin ich nun damit betraut, ein komplett neues Web-Portal zu entwickeln und gegen Ende des Jahres zum Laufen zu bringen. Noch kann ich nicht viel mehr über das Projekt berichten, aber wenn Sie Lust haben, schauen Sie doch einfach ab und an hier bei Twitter vorbei.

Demnächst startet dann auch unser Blog, in dem Sie mich dann wieder lesen und über den aktuellen Stand unserer Vorbereitungen informierte werden. Ich freue mich schon jetzt, auf Ihre Anregungen, Tipps und Wünsche.

Ihre Melanie Huber

Danke Finanzkrise!

Freitag, den 14. November 2008

Jetzt ist es amtlich. Wir haben eine Rezession, die Finanzkrise hat uns fest im Griff. Eine Katstrophe? – Nein, für viele Leute die ultimative Lösung – oder besser: Ausrede. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendjemand erzählt, wie sehr er oder sie von der Finanzkrise betroffen sei. Von der Hausfrau bis zum Manager, sie alle können nicht mehr so wie sie wollen. „Ich habe meine ganz Abfindung verloren, jetzt kann ich doch nicht dem Porsche kaufen.“ Oder: „Wir haben 30 Prozent Umsatzeinbußen, ich muss jetzt erstmal auf unsere Kosten achten.“

Natürlich ist das traurig, und sicher spüren zahlreiche Menschen die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen am eigenen Leibe. Doch noch trauriger ist es , wie viele Leute ihre eigenen Fehler oder Fehlentscheidungen mit der Finanzkrise rechtfertigen. „Wir wollten eigentlich über Weihnachten auf die Malediven“, erzählte mir eine Bekannte. Nun sei „nur“ noch das Allgäu drin. Nee, klar, dabei hätten sie und ihr Mann sich die Fernreise auch ohne Rezession nicht leisten können. Früher wurde mit Statussymbolen geprotzt, heute scheint es schick, von finanziellen Einbußen zu sprechen. Es betrifft ja anscheinend alle, und besser man erzählt, was man sich garantiert geleistet hätte, als einfach mal den Mund zu halten und so zu leben wie zuvor.

Doch neben der Tatsache, dass man die fadenscheinigen Rechtfertigungen, um die niemand gebeten hat, nicht hören möchte, zeigt sich bereits jetzt eine viel erschreckendere Folge. Mitarbeiter, Dienstleister oder Partner werden zu Spielbällen der Entscheider. Diese können nun das durchsetzen, was in Zeiten wirtschaftlicher Stabilität unmoralisch oder schlicht als nicht nachvollziehbar gilt. Jetzt haben wir eine Finanzkrise, und die rechtfertig einfach alles.

Wie gesagt, genügend Menschen und Unternehmen sind tatsächlich betroffen und müssen umdenken. Aber das ist kein Grund für Jedermann, sich wie Finanz-Hypochondrer zu verhalten.

Der Breitarsch

Dienstag, den 11. November 2008

Über diesen bin ich gestolpert, als ich nichts ahnend im Internet nach einer Quitte suchte. Ein Freund aus dem Ausland möchte nach seinem Hausbau nun einen Baum pflanzen und seine Wahl fiel auf eine altdeutsche Quittensorte. Während ich mich also durch die diversen Obstsorten schlage, springt mir mitten im Getümmel zwischen Birne, Plaume & Co. der Breitarsch quasi entgegen. Auf Seite 5 der Sammlung ist er beschrieben als “robust, PR und GR: 10-12, U: Deutschland, ohne Jahr (…) weißgrüne Frucht mit roter Backe”. Ja, es ist ein Apfel! Die eben erwähnte rote Backe macht ihn zum wohlgeformten und breitrunden Vertreter seiner Art. Und das Kauderwelsch will sagen, dass die Pflück- und Genussreife zwischen Oktober und Dezember erreicht ist. Ob der Züchter dieser Art viel verkauft hat?

Funkstille

Dienstag, den 14. Oktober 2008

In den vergangenen Wochen war es ziemlich ruhig an dieser Stelle. Wir haben uns verbloggt… und das ist ein echter Fehler. Neben dem Kilroy Blog haben wir diverse Blogprojekte zum Laufen gebracht, Autoren geschult und immer wieder neue Seiten angelgt. Zu den verschiedensten Themen. Und es hat sich gezeigt, dass ich was das Bloggen betrifft, tatsächlich nicht multitaskinfähig bin. Ich kann nciht meherer Blogs gleichzeitig betreuen oder mich auch nur inhaltlich mit verschiedenen Blogs zugleich intensiv befassen. Glücklicherweise ist die Arbeit nun erledigt – und es kann wieder ans Vergnügen gehen. Mit diesem Blog. Versprochen.

Morgen geht es erstmal auf die Buchmesse. Ich werde mich ganz entspannt durch die Massen treiben lassen und mal gucken, wen ich so treffe. Wen es interessiet – um 15 h halte ich einen kurzen Vortarg zum Thema “Corporate Blogging” und das Marketing… Halle 4, Stand G 1337. Freue mich auf Sie.

So ganz anders: Studenten

Donnerstag, den 28. August 2008

Seit wenigen Wochen schule ich nun auch als Dozentin für Personality PR Studenten. Sonst waren es immer Berufstätige, die sich weiterbilden wollen. Ich hätte nie gedacht und habe einfach nicht darüber nachgedacht, dass sich Studenten in einer Lehrsituation ganz anders verhalten. Was mir gleich auffiel – die hören ja gar nicht (alle) zu! Stattdessen wird gequatscht, an anderen Sachen gearbeitet, gesurft oder geschlafen. Ja wirklich, ein Student ist mitten im Seminar eingeschlafen, er hatte wohl zu viel gefeiert am Tag zuvor.

Und dann gehen Studenten viel häufiger zur Toilette, in meinen anderen Seminaren nutzen die Teilnehmer dafür immer die Pausen. Komisch. Als Studentin war ich auch so, aber irgendwie habe ich das wohl verdrängt. Spaß macht es trotzdem. In den Seminaren für Berufstätige ist immer auch ein „Motzer“ oder meist eine „Motzerin“ dabei, die alles besser weiß. Auch das „So mache ich das schon immer, warum soll ich das ändern?“ oder das resignierte „Das kriege ich doch nie durch.“ höre ich von den Studenten nicht. Dafür jede Menge Fragen, die gern auch mal vom Thema ablenken. Da komme ich mir manchmal vor wie die große Tante, die kluge Ratschläge gibt. Da wir ja nicht in der Schule sind, lasse ich alles so ziemlich durch. Letztlich sind sie ja erwachsen und müssen selbst einschätzen können, was wichtig ist und was nicht. Ob das richtig ist?