Monatsarchiv für Juni 2008

Bitte nie mehr Big Brother

Freitag, den 27. Juni 2008

Es ist ja fast schon ein Fauxpas, Big Brother zu gucken, geschweige denn darüber zu berichten. Doch wenn man es nicht tut, wird Endemol wohl nie aufhören, diese total unsinnige Sendung auszustrahlen. Und so zappe ich hin und wieder rein. Man mag von der Sendung halten, was man will. Aber in den vergangenen Wochen hat das Format den endgültigen Niedergang der Reality Shows eingeleitet – hoffe ich. Denn den Machern fällt nach bald sechs Monaten schlicht nichts mehr ein. Und so werden Bewohner aus früheren Staffeln als Gäste ins „Haus“ geschickt, müssen Aufgaben an einem Tag gelöst werden, die bereits als sogenannte Wochenaufgaben bewältigt wurden, und – wäre dies nicht genug – ist jetzt auch noch ein „Alien“ in die Fernseh-WG gezogen, ein kleines verkleidetes Männchen, das mit blechener Stimme über Sex im All spricht. Wahnsinn. Australiens Big Brother-WG bekam übrigens erst vor ein paar Tagen von Pamela Anderson Besuch.

Natürlich ist jeder selbst für seinen TV-Konsum verantwortlich. Aber das, was die Produktionsfirma den Zuschauern bietet, ist unverschämt. Und ganz nebenbei wird bereits dazu aufgerufen, sich für die nächste Staffel zu bewerben. Muss das sein? Dann doch lieber eine weitere Koch-, Tier- oder Auswanderungssendung…

Mobil das Buchregal überprüfen

Montag, den 23. Juni 2008

Ich lese viel, vielleicht zu viel. Denn eigentlich weiß ich gar nicht mehr so richtig, was ich alles schon gelesen habe. Dann blättere ich verzweifelt in der Buchhandlung in einer möglichen Neuerwerbung, und weiß gar nicht, ob ich das Buch schon kenne. Erst zu Hause stelle ich dann nach drei, vier Seiten fest: „Mist. Das habe ich schon.“ Natürlich könnte ich auch bequem den Literaturnachschub online bestellen und dann in unseren zig Regalen gucken, ob das Buch hier schon irgendwo rumliegt oder nicht. Aber so angenehm das Internet ist – wenn ich etwas Neues lesen will, dann muss es gleich her. Ohnehin ist das reale Stöbern viel schöner als das Rumklicken auf Amazon & Co. Wären da nur nicht die vielen doppelt angeschafften Titel…

Von daher mein Aufruf an Verlage und alle Unternehmen, die den stationären Buchhandel unterstützen wollen: Ich brauche einen Dienst, bei dem ich alle Bücher eintragen kann, die ich schon besitze. Darauf möchte ich dann unterwegs mobil mit dem Handy zugreifen können, um im Laden festzustellen, ob ich ein interessantes Werk schon habe oder nicht. Wäre doch eine tolle Sache und ungemein praktisch. Wer programmiert mir das?

Von Chancen und Herausforderungen

Dienstag, den 17. Juni 2008

Manchmal hängt alles von einem Wort ab. Auch in diesen Tagen beim Fußball. Voller Optimismus beginnt ein Spiel in der Regel mit vielen Chancen. Die werden im Laufe der Partie meist zu Möglichkeiten und wenn der Gegner sich geschickt anstellt – zu Herausforderungen. Wenn gar nichts mehr geht, wird krampfhaft nach Ideen gesucht. Würde unsereins gleichermaßen unter Druck kreativ sein müssen, wären wir sicher ähnlich erfolglos wie so manch eine Mannschaft bei dieser EM.

PR für Beta-Produkte?

Mittwoch, den 11. Juni 2008

Es gibt Unternehmen, die betreiben gar keine PR, aus Prinzip, weil es in ihrer Branche fast keine Medien gibt oder weil sie rein im B2B-Geschäft tätig sind. Das sind jedoch keine ausreichenden Gründe, diesen Kommunikationskanal zu ignorieren. Potenzielle Entscheider, die für ein Unternehmen wichtig sind, kann man auf vielfältige Weise erreichen. Es kommt meist nur darauf an, die richtige Geschichte zu entwickeln. Doch was ist mit einem Unternehmen oder Angebot, das noch ganz jung ist, das beispielsweise aus wirtschaftlichen Zwängen schon auf den Markt gegangen ist, ohne alle Probleme im Griff zu haben? Das viele Angriffsflächen bietet?

Ginge es um reine Online-Kommunikation, könnte man Interessierte gut abholen und in die Verbesserung des Angebots einbinden. Doch das ist nicht die Aufgabe der Medien. Nach meinem Gefühl sollte ein Unternehmen erst dann in Sachen PR richtig durchstarten, wenn alles weitestgehend stimmt. „Beta“ wird von klassischen Medien schlicht nicht verstanden. Und auch vom gemeinem Leser nicht , was ja letztlich viel entscheidender ist. Denn wer kauft schon ein Produkt, von dem ein unabhängiger Redakteur berichtet, dass es dies zwar gibt, aber noch nicht ganz rund ist?

Erfolgreich entscheiden

Mittwoch, den 4. Juni 2008

Heute fand wieder die Sternstunde für Unternehmer statt. Dieses Mal im Technologie- und Gründerzentrum in Hanau. Einige Vorträge kannte ich bereits, andere noch nicht. Entscheidungen so zu treffen, dass man damit richtig gute Ergebnisse erzielt – darüber referierte Kai-Jürgen Lietz. Er stellte die Frage, ob es „die eine richtige Entscheidung“ gäbe. Für jeden sei seine Entscheidung die richtige. Der eine entscheidet so, der andere anders. Und das sei völlig akzeptabel und richtig. „Es gibt nicht diese eine richtige Entscheidung“, sagte Lietz.

Schlüsselelemente für eine erfolgreiche Entscheidung seien:

Entscheidungsklarheit – zu wissen, wohin man an sich will. Dazu muss man wissen, welches Ergebnis man erwartet, was man heute schon im Kontext mit der anstehenden Fragestellung erreicht hat und was unerwünschte Ergebnisse sind.

Attraktive Alternativen – zu wissen, welche Möglichkeiten alle zur Auswahl stehen.

Die größtmögliche Unterstützung – bei oder nach welcher Entscheidung erfahre ich die größte Unterstützung?

Die falsche Reihenfolge, keine Vision von der Zukunft zu haben und mangelnde Kompetenz seien die größten Hindernisse auf dem Weg zu einer erfolgreichen Entscheidung.